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Schulung der Bleibeberechtigten

04.07.2018 08:17
Von: Elisabeth Dietrich und Stefan Wagner
Kategorie: LBSBR3

Deutschunterricht für Flüchtlinge

Von November 2017 bis Juli 2018 wurden an der LBSBR3 in Kooperation mit der WKO Vorarlberg und dem AMS Vorarlberg insgesamt 14 bleiberechtigte Lehrlinge mit Flüchtlingshintergrund an unserer Schule unterrichtet. 

Die 13 Schüler sowie eine Schülerin kamen aus den Lehrberufen Einzelhandel, Installationstechnik, Tischlerei, Maler, Elektrotechnik, Zerspanungstechnik und dem Ausbildungszentrum Vorarlberg – Metall. 

Während der 6 Unterrichtseinheiten des Kurses wurde Unterricht in den Bereichen Kaufmännisches Rechnen, Deutsch als Fremdsprache sowie Werte der österreichischen und europäischen Gesellschaft gemacht. 

Am Ende des Schuljahres wurde eine dem ÖIF vergleichbare Prüfung durchgeführt. Die Ergebnisse reichten von A2.2 bis B2.2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS).   

Folgende Unterrichtsfelder (Auszüge) wurden während des Jahres abgedeckt: Deutsche Grammatik (Zeiten, Satzstellung, Rechtschreibung, etc.), Kaufmännisches Rechnen (Schlussrechnung, Runden, Textaufgaben, etc.), Arbeiten am PC (einfache Formatierungen, einfache Briefgestaltung, etc.), Werte (Schulsystem, Verfassung, Geschichte, Gesetze, etc.), Methodik, Dialoge, Hörtexte, Präsentationen, Kahoot, Hörtexte, ÖIF – Musterprüfungen (Hören, Schreiben, Lesen, Sprechen), Phonetik, etc. 

Einige Lehrlinge traten während des Schuljahres in die Berufsschule Bregenz 2 ein und absolvierten während 8 Wochen die Blockausbildung. Sie kamen danach wieder in den Förderunterricht zurück (hier sei zu erwähnen, dass ein Lehrling mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abschließen konnte!).

 Die Lehrlinge sind vom Wesen her sehr unterschiedlich. Von verschlossen und introvertiert bis hin zu übermütig und extrovertiert. Die größte Hürde ist der schriftliche Teil. Der Wortschatz konnte in hohem Maße gesteigert werden. Auffallend war auch die Begeisterung des Gedankenaustausches. Auch komplexe Themen wie die Grund- und Freiheitsrechte, die Menschenrechte, die Arbeitswelt, etc. wurden von den Lehrlingen mit konzentriertem Interesse verfolgt und durch grammatikalisch richtig formulierte Beiträge ergänzt. Wichtig war ihnen auch der kulturelle Vergleich zwischen ihren Herkunftsländern und Österreich. 

 

Rückmeldungen durch die Schüler/-in:

positiv:

o    fachliche Kompetenz

o    sachliches Beantworten von Fragen

o    abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung

o    zwei Lehrpersonen im Unterricht (abwechselnd)

o    persönliches Gespräch

o    Umfangreiche Themenauswahl

o    Bearbeitung von theoretischen und praktischen Beispielen

o    Teilweise Bearbeitung von Hausübungen

 

negativ:

o   Abzug des Lehrlings vom Betrieb während eines halben Arbeitstages

o   Zusatzarbeiten durch Hausübungen

 

Rückmeldungen durch die Lehrpersonen: 

positiv:

o   durch großes Zeitfenster intensives Arbeiten mit den Lehrlingen möglich

o   Aufbau einer konstruktiven Zusammenarbeit

o   Kennenlernen fremder Kulturen

o   Feststellen des Lernzuwachses


negativ:

o   durch die Abhaltung des Unterrichts am Freitagvormittag, war die bereits geleistete Arbeitswoche am Arbeitsplatz spürbar und musste durch spezielle methodische und didaktische Handlungsweisen im Unterricht aufgefangen werden.

 

Wir sind zuversichtlich, dass auch im kommenden Schuljahr das Projekt wieder durchgeführt wird.


Elisabeth Dietrich und Stefan Wagner