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Wirtschafts- und Finanzkrise

22.01.2013 00:12
Von: Elisabeth Dietrich / Anja Haidenschuster
Kategorie: LBSBR3

Dies betrifft uns alle

 

Was hat die Wirtschaftskrise mit uns zu tun?

Freitag, 13. Jänner 2013 – in der Aula der Landesberufsschule Bregenz

Am Freitag hatten wir im Rahmen unseres Wirtschaftskundeunterrichts einen zwei stündigen Vortrag zum Thema Wirtschaftskrise und was diese mit uns zu tun hat. Der Referent, Herr Michael Haim, Geschäftsführer der VVG, erklärte uns alles, was wir darüber wissen sollten und wie sich die Krise auf uns als Lehrlinge auswirkt.

Die 3 Hauptpunkte waren:

  • Die Gier als Antreiber
  • Der Stand der Krise
  • Sind wir persönlich betroffen?

Zunächst ein paar Fragen dazu:

Wie ernst ist die Situation?

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stellte fest: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten, die diese Krise unbekannten Ausmaßes verhindern könnten: Massive Steuererhöhungen und eine brutale Verringerung der Staatsausgaben. Beides würde die weltweite Wirtschaft allerdings zugrunde richten“. Wir sehen in Griechenland, dass genau dies eintritt. Der totale Zusammenbruch dort wird durch die Rettungsmilliarden hinausgezögert, ohne jedoch das Land zukunftsfähig zu machen.

 

Warum gibt es keinen „einfachen“ Ausweg?

Weil die meisten Staaten massiv über ihre Verhältnisse gelebt haben und extrem verschuldet sind. Eine Tilgung auf normalem Wege ist nicht mehr möglich. Die Entschuldung kann nur über eine hohe Inflation, einer Währungsreform oder einem Finanzcrash erfolgen.

 

Wie gefährlich ist die Eurokrise?

Das Finanzsystem steht trotz der vorläufigen „Rettung“ Griechenlands weiter auf der Kippe. Länder wie Portugal, Belgien, Spanien, Italien etc. rutschen wirtschaftlich unaufhaltsam ab. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich eines der großen Länder nicht mehr selbst finanzieren kann. Für eine Rettung in dieser Größenordnung steht aber kein Geld zur Verfügung und dann droht der Kollaps.

 

Wir lernten auch, dass sich der Staat bei der Erzeugung des Geldes nach dem Maßstab des Bruttoinlandsproduktes orientiert.

 

Die meist gestellte Frage war: Wer ist Schuld an der Wirtschaftskrise? Doch das kann keiner genau sagen. Die meisten denken, dass Griechenland allein schuld ist. Andere wiederum behaupten, es wäre der Euro selbst, die Politiker, die Gier der Menschen, die EU oder sogar die Medien. Doch da die Wirtschaftskrise nach außen eher verschleiert wirkt, kann man nicht sagen, wer wirklich der Schuldige ist.

 

Viele wissen nicht, dass das BIP in Österreich bei der Euro Einführung um 7,8 % gestiegen ist. Eine Rückkehr des Schillings wäre mit -9 % veranschlagt! Alle Eurostaaten profitierten vom Euro, vor allem: Österreich, Deutschland, Niederlande und Finnland. Doch im Moment leidet vor allem Griechenland darunter. Denn Griechenland hat so ein großes Schuldenloch, dass andere finanziell angeschlagene EU-Länder aufpassen müssen, dass sie selbst nicht hineinfallen. Deswegen ist man gerade sehr bemüht, dieses Loch in Griechenland zu stopfen. Denn wenn ein Euroland Pleite geht, ist das auch schlecht für die anderen EU-Länder, da sie ja untereinander wirtschaftliche Beziehungen pflegen.

 

Der Referent fragte uns, ob wir persönlich Griechenland retten würden, oder ob wir es aus der EU ausschließen würden. Die Meinungen spalteten sich. Etwas mehr als die Hälfte würde Griechenland nicht helfen. Dann aber erklärte er uns, dass Österreich ebenfalls in der gleichen, oder sogar schlimmeren Lage wie Griechenland war. Die Euroländer liehen Österreich ca. 300 Millionen Schilling. Und schon wenige Jahre danach mussten wir noch mehr Geld ausleihen, weil es einfach nicht reichte. Erst 55 Jahre später wurde der letzte Schilling zurückgezahlt.

 

Unser derzeitiger Schuldenstand des Landes Vorarlberg lt. Regierungsvorlage 2012:

Voraussichtlicher Stand zum 31.12.2012: 113.095.000,- €

 

Herr Haim wollte von uns wissen, wie wir das Geld einteilen und was wir wo einsparen würden. Doch das ist gar nicht so leicht. Niemand möchte gerne über die bereits so selbstverständlichen Annehmlichkeiten wie  zB unser hochwertiges Gesundheitssystem oder gar den kostenlosten Schulbesuch verzichten.

 

Hier eine kleine Übersicht über unser Landesbudget und was wir alles bezahlen bzw. fördern.

 

Zusätzliche Informationen über unsere Schulden findest du über folgenden LINK

http://www.vorarlberg.at/pdf/beilagenzurinformation201.pdf

 

Zum Schluss des Vortrages machte Herr Haim mit uns noch ein Spiel, welches uns vor Augen führte, wie gierig wir eigentlich selbst sind.

 

Außerdem war die Bereitschaft mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten oder erst mit 65 Jahren in die Pension zu gehen äußerst gering.

 

Vieles, was uns Herr Haim gesagt hat, regte uns zum Nachdenken an. Dies ist gut so, denn wir sollten uns bewusst sein, dass unsere Entscheidungen von HEUTE sich auf unser MORGEN auswirken!

Wir sind also alle unzufrieden mit unserem derzeitigen Stand und versuchen einen Schuldigen zu suchen. Dass wir aber alle, also jeder einzelne von uns ein Teil der EU und des ganzen Systems sind, vergessen viele. Weder die EU, noch die Politiker haben in dieser Sache fehlerfrei gehandelt, doch wir müssen damit aufhören, ständig allen anderen die Schuld zu geben und mit dem anfangen, den wir jeden Morgen selbst im Spiegel sehen. Jeder von uns hat seinen Beitrag zu leisten, doch genau das ist das Problem. Die Menschen sind zu gierig geworden. Wir wollen möglichst wenige Stunden arbeiten, aber viel verdienen und dazu wenig Geld abgeben. Wenn nicht bald ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfindet, werden wir keine Ausweg aus der Krise finden.

 

Der Vortrag war sehr interessant und hat mir persönlich dazu verholfen, unsere derzeitige Situation in Österreich einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen!

Dieser Bericht wurde von den Schülern und Schülerinnen der Klassen B2ab(V) im Rahmen des WSV-Unterrichts erstellt.